Wissen · Beitrag 3 · Bestellregeln

Bestellregeln für kleine Firmen: wer bestellt was bis zu welchem Betrag

Autor: Vorname NachnamePlatzhalter··Lesezeit etwa 5 Minuten

Eine Frau und ein Mann sitzen sich an einem langen Tisch vor grossen Fenstern gegenüber.

In einem Betrieb mit zwölf Personen bestellen oft fünf davon. Das ist in Ordnung, solange alle wissen, was gilt. Eine Bestellregel ist kein Kontrollinstrument, sondern eine Entlastung: Wer bestellt, muss nicht jedes Mal fragen. Wer freigibt, sieht nur, was über der Grenze liegt. Und wer die Rechnung prüft, findet die Bestellung dazu.

Was auf das Blatt gehört

Zuerst die Rollen: Werkstattleitung, Büro, Inhaberin oder Inhaber. Je Rolle die Warengruppen, die sie bestellen darf, und die Betragsgrenze, bis zu der sie das ohne zweite Unterschrift tut. Darüber die Freigabe: durch wen und in welcher Form. Dann die Form der Bestellung selbst, schriftlich und mit fortlaufender Nummer, und wo sie abgelegt wird. Schliesslich der Wareneingang mit der Frage, wer prüft und was vermerkt wird, und die Rechnungsprüfung als Abgleich von Bestellung, Lieferschein und Rechnung. Das alles passt auf eine Seite im Querformat.

Wie Grenzen festgelegt werden

Nicht aus dem Bauch, sondern aus den eigenen Bestellungen des letzten Jahres. Für jede Rolle schaut man, wie gross die üblichen Bestellungen waren, und legt die Grenze so, dass rund vier von fünf Bestellungen ohne Freigabe durchgehen. Ein Beispiel, das als Platzhalter zu lesen ist: Verbrauchsmaterial bis CHF 500.– durch die Werkstatt, Rohmaterial bis CHF 2'000.– durch die Werkstattleitung, darüber die Inhaberin. Eine Grenze, die zu tief liegt, erzeugt Freigaben im Vorbeigehen, die niemand ernst nimmt. Eine Grenze, die zu hoch liegt, braucht niemand.

Dokumentation ohne Aufwand

Eine fortlaufende Bestellnummer, eine einzige Vorlage, eine Ablage pro Monat. Der Lieferschein kommt zur Bestellung, die Rechnung geht erst nach dem Abgleich zur Zahlung. Mehr ist nicht nötig, und mehr wird in einem kleinen Betrieb nicht durchgehalten. Ob die Ablage ein Ordner oder ein Verzeichnis auf dem Server ist, spielt für die Regel keine Rolle.

Eilige Bestellungen

Es gibt sie, und die Regel muss sie vorsehen, sonst wird sie am ersten hektischen Tag ausgehebelt. Eine telefonische Freigabe mit Nachreichung der schriftlichen Bestellung am selben Tag genügt. Wichtig ist, dass auch die eilige Bestellung eine Nummer bekommt und im Abgleich landet.

Einführung in vier Wochen

Die Regel wird mit den Bestellenden geschrieben, nicht für sie. Danach vier Wochen Probelauf, in denen jede Abweichung notiert wird, ohne dass jemand gerügt wird. Nach dem Probelauf werden Grenzen und Rollen angepasst, und erst dann wird das Blatt aufgehängt. Einmal im Jahr, am besten zusammen mit der Preisrunde der Lieferanten, prüft man die Grenzen gegen die Teuerung.

Woran man merkt, dass es trägt

Die Rechnungsprüfung dauert nicht mehr länger als der Monatsabschluss. Neue Mitarbeitende fragen nach dem Blatt, nicht nach der Chefin. Und bei der nächsten Verhandlung mit einem Lieferanten liegen die Bestellungen des Jahres vollständig vor, weil jede eine Nummer hat.

Pos. 01 · Fragen

Dazu häufig gefragt

Welche Unterlagen brauche ich für den Start?

Ihre Lieferantenliste, Rechnungen oder Buchhaltungsauszüge der letzten zwölf Monate und die bestehenden Verträge.

Empfehlen Sie uns neue Lieferanten?

Nein. Wir arbeiten mit Ihren bestehenden Lieferanten und Ihren eigenen Zahlen; die Nennung einzelner Anbieter gehört nicht zur Leistung.

Wie wird abgerechnet?

Zum Festpreis je Leistung in CHF. Die Rechnung folgt nach der letzten Sitzung und ist innert 30 Tagen zahlbar.

Was kostet der Einstieg?

Der Einkaufs-Check kostet CHF 135.– und dauert zwei Stunden; eine schriftliche Notiz gehört dazu.

Pos. 02 · Werkzeuge

Vorlagen aus dieser Leistung

Bestellregelblatt

Eine Seite im Querformat: Rollen, Warengruppen, Grenzen, Freigabe, Ablage. Zum Aushängen in Werkstatt und Büro.

Vorlage Bestellung

Nummer, Datum, Lieferant, Positionen, Liefertermin, Besteller, Freigabe. Als ausfüllbares Dokument und als Druckversion.

Vorlage Wareneingang

Bestellnummer, Lieferscheinnummer, geprüft durch, Abweichungen. Ein Blatt pro Lieferung oder eine Liste pro Woche.

Pos. 03 · Autorenschaft

Wer schreibt

Aus Sitzungen entstanden

Die Beispiele für Grenzen und Rollen sind Platzhalter und stammen aus typischen Betrieben, nicht aus einem bestimmten Auftrag. Die Autorenzeile ist ein Platzhalter.

Platzhalter

Betreiberin

Lieferpfad wird von einer im Handelsregister eingetragenen GmbH mit Sitz in Zürich betrieben. Registerangaben im Impressum.

Pos. 04 · Abgrenzung

Was die Leistung nicht umfasst

  • Keine Einführung oder Anpassung von Software für Bestellungen oder Buchhaltung
  • Keine Kontrolle einzelner Mitarbeitender; die Regel beschreibt Rollen, nicht Personen
  • Keine Prüfung vergangener Rechnungen auf Fehler; die Regel wirkt ab Einführung
  • Keine Aussage dazu, ob Ihre Bestellmengen oder Preise angemessen sind